Wir von vali.now erklären unseren Kunden oft, dass es bei Cybersicherheit nicht nur um Computer und Software geht. Die größten Bedrohungen gehen häufig davon aus, wie Menschen ausgetrickst werden können.
Was ist Social Engineering?
Social Engineering ist eine Art von Angriff, bei dem Cyberkriminelle clevere Tricks und Manipulationen einsetzen, um Menschen dazu zu bringen, sensible Informationen preiszugeben oder etwas zu tun, das der Sicherheit schadet. Anstatt mit Code in Systeme einzubrechen, bringen Angreifer vertrauenswürdige Personen dazu, Zugangsdaten herauszugeben – beispielsweise indem sie jemanden überzeugen, ein Passwort preiszugeben oder auf einen schädlichen Link zu klicken. Es beruht vollständig auf der Ausnutzung der menschlichen Natur wie Vertrauen, Neugier oder Angst.
Welche Formen nimmt es an?
Social Engineering tritt in vielen alltäglichen Formen auf, die zunächst harmlos erscheinen können:
- Phishing: Gefälschte E-Mails, SMS oder Websites, die echt aussehen und nach Anmeldedaten oder Zahlungen fragen.
- Vishing (Voice-Phishing): Telefonanrufe, bei denen sich jemand als Mitarbeiter des technischen Supports oder einer Bank ausgibt, um an Informationen zu gelangen.
- Pretexting: Erfinden einer glaubwürdigen Geschichte, z. B. die Behauptung, ein Kollege in dringender Not zu sein, um Vertrauen zu gewinnen.
- Baiting: Anbieten von etwas Verlockendem, wie einem kostenlosen Download oder einem USB-Stick, der tatsächlich Malware enthält.
- Tailgating (oder Piggybacking): Physisches Folgen einer autorisierten Person in ein sicheres Gebäude.
Diese Techniken spielen oft mit Emotionen wie Dringlichkeit („Handeln Sie jetzt, sonst wird Ihr Konto geschlossen!“) oder Autorität („Ich bin von der IT und brauche sofort Ihr Passwort“).
Warum stellt es das größte Sicherheitsrisiko dar?
Wir betrachten Social Engineering als das größte Cybersicherheitsrisiko, weil es auf das eine Element abzielt, das Technologie nicht vollständig schützen kann: Menschen. Firewalls, Antivirensoftware und Verschlüsselung sind wirksam gegen technische Angriffe, aber sie sind nutzlos, wenn ein Mitarbeiter dazu gebracht wird, sie zu umgehen.
Der Mensch bleibt das schwächste Glied in der Sicherheitskette. Jeder kann Fehler machen, wenn er es eilig hat, gestresst ist oder einfach nur versucht, hilfsbereit zu sein. Angreifer wählen Social Engineering, weil es oft einfacher, billiger und zuverlässiger ist als die Ausnutzung von Software-Schwachstellen.
Warum Menschen dazu neigen, ausgetrickst zu werden: Erkenntnisse aus der Forschung
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Anfälligkeit auf grundlegenden Aspekten der menschlichen Psychologie beruht. Ein wichtiger Rahmen stammt von dem Psychologen Robert Cialdini, dessen sechs Prinzipien der Überzeugung – Reziprozität, Engagement und Konsistenz, sozialer Beweis, Autorität, Zuneigung und Knappheit – häufig bei diesen Angriffen ausgenutzt werden.
Autorität löst beispielsweise Gehorsam gegenüber vermeintlichen Experten aus, während Dringlichkeit (Knappheit) zu übereilten Handlungen ohne vollständige Prüfung führt. Forschungsergebnisse, einschließlich Studien, die diese Prinzipien für Phishing zusammenfassen, bestätigen ihre Rolle bei der Manipulation.
Darüber hinaus spielen kognitive Verzerrungen und emotionale Reaktionen eine wichtige Rolle. Emotionen wie Angst, Neugier, Gier oder der Wunsch zu helfen setzen rationales Denken außer Kraft und führen zu Fehlern. Auch Persönlichkeitsmerkmale beeinflussen die Anfälligkeit: Höhere Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus erhöhen das Risiko, während Gewissenhaftigkeit Schutz bietet.
Faktoren wie hoher Stress, kognitive Überlastung oder mangelnde Erfahrung erhöhen die Anfälligkeit zusätzlich. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass Menschen auf soziale Zusammenarbeit ausgerichtet sind, was Angreifer effektiv ausnutzen.
Durch das Verständnis dieser Grundlagen können Einzelpersonen und Organisationen solche Manipulationsversuche besser erkennen und ihnen widerstehen. Bewusstsein bleibt die erste und wichtigste Verteidigungslinie.
Im Zweifelsfall: vali.now
Ihre beste Verteidigung ist eine gesunde Skepsis. Wenn etwas nur ein wenig daneben oder ein bisschen zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch. Ihre beste Option ist es, die Details an help@vali.now weiterzuleiten. Unsere Cybersicherheitsexperten erkennen und bekämpfen solche Angriffe seit Jahrzehnten. Ihr erster Fall (bis zu einer Stunde Recherche) ist auf unserer Seite kostenlos, danach gelten günstige Tarife. Sie haben nichts zu verlieren und könnten durch Kontaktaufnahme katastrophale Verluste verhindern.
