Jeder hat Schwierigkeiten festzustellen, ob Fotos, die man online sieht, „echt“ sind oder ob es sich um synthetische Medien handeln könnte. Wenn Sie sich von dieser Aufgabe überfordert fühlen, sind Sie nicht allein. Selbst die New York Times hat Schwierigkeiten, die Echtheit von Fotos in sozialen Medien zu beurteilen. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick darauf, wie professionelle Journalisten Entscheidungen darüber treffen, was echt ist und was nicht. Wir werden uns auch ansehen, womit Sie es zu tun haben.

Die Fakten

Am 3. Januar 2026 führten die Vereinigten Staaten Militärschläge gegen mehrere Ziele in Venezuela sowie gegen Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores durch. Präsident Trump gab dies über soziale Medien bekannt und legte mit dem inzwischen berühmten Bild von Maduro nach, der mit verbundenen Augen an Bord eines Kriegsschiffs und mit Handschellen in Jogginghosen zu sehen war.

Gleichzeitig überschwemmten Dutzende anderer Fotos die sozialen Medien, die Maduro angeblich in US-Gewahrsam zeigten.

Die Herausforderung: Beurteilung der Echtheit von Fotos in sozialen Medien

Selbst für DIE Nachrichtenorganisation in den Vereinigten Staaten war die Entscheidung, ob Trumps Post als Tatsache abgedruckt werden sollte, alles andere als einfach. Die Beurteilung der Echtheit der dazugehörigen Fotos in den sozialen Medien war noch schwieriger. Sie hatten es sogar so schwer, dass sie später einen ganzen Artikel darüber veröffentlichten, wie sie die Entscheidung getroffen hatten.

Die Schritte

Präsident Trump postet – wie die meisten anderen Menschen auch – mehr als nur gelegentlich KI-generierte Inhalte. Dies war vor allem bei seinem „Top Gun“-artigen Video der Fall, das ihn dabei zeigte, wie er Fäkalien auf Demonstranten warf. Die Reporter wussten also, dass sie nicht wussten, ob es echt war. Das ist der erste Schritt.

Der zweite Schritt war die Verwendung technischer Hilfsmittel, um zu beurteilen, wie wahrscheinlich es ist, dass das Foto eine Fälschung ist. In diesem Fall verwendeten sie ein KI-Erkennungstool namens „AI or Not“. Diese Art von Tools scannen ein Bild und versuchen, Muster oder Wasserzeichen zu erkennen, die von einem KI-Bildgenerator hinterlassen wurden. Dieser Ansatz ist jedoch nicht zuverlässig und schon gar nicht allein. Als sie die Wahrscheinlichkeitswerte für das Bild mit denen anderer Maduro-Bilder aus den sozialen Medien verglichen, stellten sie fest, dass die Ergebnisse weitgehend nicht schlüssig waren.

Der dritte Schritt ist kritisches Denken. Als die Redakteure die verschiedenen Fotos in den sozialen Medien mit dem fraglichen Beitrag verglichen, stellten sie fest, dass einige eindeutig Fälschungen waren. Es gab verräterische Anzeichen für KI in einer Reihe von Fotos, die zusammen mit Trumps Beitrag viral gingen (der sich als legitim herausstellte). In einem Fall saß Maduro beispielsweise in einem Flugzeug der Air Force mit zu vielen Fenstern. Andere wiesen jedoch keine mit bloßem Auge erkennbaren Merkmale auf. Selbst mit technischer Analyse erwies es sich als sehr schwierig, die Echtheit von Fotos in sozialen Medien zu beurteilen.

Die NYT-Lösung zur Beurteilung der Echtheit von Fotos

Am Ende beschlossen die Journalisten, eine zugeschnittene Version des Beitrags auf der Titelseite der Times und einen vollständigen Beitrag im Innenteil der Zeitung zu veröffentlichen, da sie wussten, dass die Titelseite der Printausgabe „haften“ würde, wenn sie sich irren würden. Sie trafen eine Ermessensentscheidung und sicherten sich ab, indem sie es so nannten, wie es war – eine Mitteilung des Präsidenten.

Lehren für normale Sterbliche

  1. Wissen, was Sie nicht wissen: Denken Sie daran, dass jedes Bild gefälscht sein könnte.
  2. Denken Sie probabilistisch: Es ist keine Frage von gefälscht oder nicht, sondern wie hoch ist Ihre prozentuale Wette auf der Grundlage von Beweisen.
  3. Sammeln Sie Beweise: Verwenden Sie KI-Erkennungstools wie AI or Not oder SynthID.
  4. Achten Sie auf verräterische Anzeichen: Beispiele sind Menschen mit drei Händen, Hunde mit fünf Beinen, Fenster oder Text, wo es im wirklichen Leben nie sein würde.
  5. Kennen Sie die Risiken: Denken Sie daran, was bei dieser Entscheidung auf dem Spiel steht – wenn es sich um Ihre Ersparnisse handelt, sollte Ihr Vertrauensniveau bei nahezu 100 % liegen, während Sie sich bei geringen Einsätzen möglicherweise ein geringeres Vertrauensniveau bei Ihrer Wette leisten können.
  6. Treffen Sie eine Ermessensentscheidung: Wenn Sie etwas mit dem Bild TUN müssen – tun Sie dies erst nach den ersten fünf Schritten. Wenn Sie nichts TUN müssen – denken Sie daran, dass Sie es immer noch nicht sicher wissen.

Im Zweifelsfall: vali.now

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