
Veritas ist ein Werkzeug zur forensischen Bildanalyse, das speziell für die wissenschaftliche Forschung entwickelt wurde
Veritas ist ein spezielles Analysetool für die forensische Analyse wissenschaftlicher Bilder, das speziell auf die Bedürfnisse von Forschungseinrichtungen, wissenschaftlichen Verlagen und Ethikkommissionen zugeschnitten ist. Veritas ermöglicht Gutachtern, die Herkunft eines Fotos oder Bildes anhand seines PRNU-Fingerabdrucks eindeutig zu identifizieren und so dessen Authentizität und die wissenschaftliche Integrität der medizinischen Forschung zu überprüfen.
Technischer Workflow für die Integritätsprüfung
Im Mittelpunkt von Veritas steht ein zweistufiger Prozess, der es Gutachtern ermöglicht, eine schnelle, direkte und überprüfbare Verbindung zwischen einem physischen Aufnahmegerät (z. B. einer Mikroskopkamera) und den in einer wissenschaftlichen Studie verwendeten oder veröffentlichten Bilddaten herzustellen.
Geräteregistrierung („Enrollment“)
Um ein Gerät in einem Labor als zuverlässige Quelle zu zertifizieren, registriert der Prüfer es zunächst. Dies beinhaltet die Aufnahme mehrerer Referenzbilder mit der Kamera des Geräts (z. B. einem Western-Blot-Scanner oder einer Fluoreszenzmikroskopkamera). Veritas verwendet diese Referenzbilder, um den stabilen PRNU-Fingerabdruck der Kamera zu berechnen und sicher zu speichern. Das Gerät wird dann im System als authentische Quelle wissenschaftlicher Bilddaten registriert („enrolled“).
Analyse und Klassifizierung von Bilddaten
Der Prüfer kann dann beliebige Bilder aus einer wissenschaftlichen Publikation oder einem Datensatz hochladen. Veritas vergleicht jede Datei mit den zuvor erstellten Fingerabdrücken der registrierten Laborgeräte. Das Ergebnis ist eine klare Klassifizierung: Die Datei wurde entweder von einem registrierten Gerät aufgenommen oder stammt aus einer nicht deklarierten Quelle. Dieser Prozess ermöglicht nicht nur die Überprüfung von Forschungsdaten, sondern deckt auch komplexe Manipulationsstrategien auf.
Drei Anwendungsbeispiele für Veritas
- Validierung von Publikationen und Erkennung von Manipulationen:
- Szenario: Eine wissenschaftliche Zeitschrift erhält eine Einreichung mit beeindruckenden Ergebnissen zu einem Wirkstoff. Die Abbildungen zeigen Western Blots und Mikroskopiebilder.
- Einsatz von Veritas: Der Gutachter registriert die Kameras der vom Labor des Autors verwendeten Geräte. Veritas analysiert dann alle eingereichten Bilder. Bilder, die als „von registriertem Gerät“ identifiziert werden, gelten als authentisch. Bilder, die als „von anderem Gerät“ markiert sind oder inkonsistente PRNU-Muster aufweisen, deuten auf Manipulationen hin – z. B. das Kopieren und Einfügen von Banden aus anderen Experimenten oder die Verwendung von Stockfotos.
2. Erkennung von „Paper Mills“ und Autorennetzwerken:
- Szenario: Es besteht der Verdacht, dass mehrere Publikationen verschiedener Autoren aus unterschiedlichen Instituten auf denselben gefälschten Datensätzen basieren.
- Einsatz von Veritas: Die Gutachter registrieren die Kameras der Geräte aus allen beteiligten Laboren. Beim Vergleich der Bilder aus den verschiedenen Publikationen stellt Veritas fest, dass Bilder in Paper A (Autor X) und Paper B (Autor Y) auf genau dasselbe, nicht registrierte Gerät zurückgeführt werden können. Dies ist ein forensischer Beweis für eine gemeinsame Datenquelle und belegt die Aktivität einer „Paper Mill“.
3. Retrospektive forensische Bewertung:
- Szenario: Eine Universität erhält einen Hinweis auf potenziellen Datenbetrug in einer vor Jahren veröffentlichten und viel zitierten Doktorarbeit. Die Originalgeräte sind möglicherweise nicht mehr verfügbar.
- Einsatz von Veritas: Die in der Arbeit enthaltenen Bilder werden auf PRNU-Konsistenz geprüft. Veritas kann feststellen, ob alle Bilder, die angeblich aus derselben Versuchsreihe stammen, tatsächlich mit derselben Kamera aufgenommen wurden. Inkonsistenzen im Fingerabdruck sind ein starker Indikator für nachträgliche Bildmanipulationen und können die Grundlage für eine formelle wissenschaftliche Falschdarstellung bilden.
Dezentrale Integritätssicherung an der Quelle
Veritas kann dezentral eingesetzt werden, d. h. die forensische Bildanalyse kann direkt, schnell und einfach in Forschungseinrichtungen oder Verlagen durchgeführt werden. Im Gegensatz zu kostspieligen externen Gutachten ermöglicht Veritas eine sofortige Analyse, was zu erheblichen Zeiteinsparungen führt. Gleichzeitig entlastet Veritas forensische Spezialisten, indem es als effizienter Filter für Routinekontrollen dient. Dieses skalierbare Modell macht die Qualitätssicherung agiler, weniger anfällig für Engpässe und letztlich effektiver. Veritas verlagert somit die forensische Autorität von der zentralen Prüfstelle ins Labor.
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